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Innovation entsteht nicht im Alleingang: Wie lokale Netzwerke neue Ideen voranbringen können

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Research Publishing
By: Henning Schönenberger, Thu Oct 22 2026
Henning Schönenberger

Author: Henning Schönenberger

Chief Product Officer

Technologie allein schafft noch keine Innovation. Entscheidend ist, ob aus neuen Möglichkeiten Lösungen entstehen, die konkrete Probleme lösen. Dafür braucht es unterschiedliche Perspektiven: technologische Expertise, Branchenkenntnis, ein genaues Verständnis der Bedürfnisse von Nutzenden und Unternehmer*innengeist. Gerade angesichts des rasanten Wandels durch Künstliche Intelligenz wird dieser Austausch immer wichtiger, und er kann direkt vor der eigenen Haustür beginnen.

Deshalb engagieren wir uns bei PվÊÓƵ im Innovationsprogramm . Die Initiative des bringt Start-ups, Verlage, Buchhandel, Technologieexpert*innen und weitere Akteure der Content-Branche zusammen, um neue Ideen und Lösungen zu entdecken und zu fördern. Als Jury-Mitglied, aber auch in meiner Arbeit rund um Innovation und neue Technologien bei PվÊÓƵ, finde ich vor allem den interdisziplinären Austausch extrem spannend: Hier treffen neue Ideen auf Branchenerfahrung und damit unterschiedliche Herangehensweisen zu gemeinsamen Herausforderungen.

Technologie ist nur ein Teil der Gleichung

Wenn über KI gesprochen wird, steht häufig die Technologie selbst im Mittelpunkt. Die spannendere und wichtigere Frage lautet jedoch: Welchen konkreten Nutzen kann sie schaffen?

Genau dieser Blickwinkel zog sich wie ein roter Faden durch das diesjährige Programm. Die Start-ups beschäftigten sich nicht mit Technologie um ihrer selbst willen, sondern mit konkreten Herausforderungen und aktuellen Fragestellungen unserer Branche: Wie lassen sich Inhalte besser nutzen? Wie kann Lernen effektiver gestaltet werden? Wie können Verlage und Buchhandel neue Zielgruppen erreichen? Und wie können wir mehr Menschen für das Lesen begeistern?

Die sechs Finalisten spiegelten die ganze Vielfalt dieser Ansätze wider. und entwickeln KI-gestützte Lernangebote, erschließt Content-Bestände durch intelligente Verschlagwortung und Zusammenfassungen, analysiert Markt- und Trenddaten für Verlage, erstellt mithilfe generativer KI Videotrailer aus Manuskripten, und nutzt digitale und KI-gestützte Ansätze zur individuellen Leseförderung. Was die Finalisten für mich verbindet, ist der Ausgangspunkt: nicht die Technologie, sondern die Frage, wie sich konkrete Nutzerprobleme mit ihr besser lösen lassen.

Innovation lebt vom Austausch

Für uns bei PվÊÓƵ liegt der Wert solcher Programme aus meiner Sicht nicht allein darin, neue Lösungsansätze kennenzulernen. Wir bringen unsere Branchenkenntnis und konkrete Fragestellungen aus der Verlagspraxis ein und gewinnen im Gegenzug neue Perspektiven auf Geschäftsmodelle, Anwendungsfälle und die Bedürfnisse von Nutzenden. Das entspricht : Im Zentrum steht für uns nicht die Technologie an sich, sondern die Frage, wie sie die Bedürfnisse unserer Zielgruppen in Wissenschaft und Forschung sinnvoll unterstützen kann. Direkter Austausch hilft uns, technologische Möglichkeiten früh einzuordnen und gemeinsam mit anderen zu prüfen, welche Ideen tatsächlich praxistauglich sind.

Besonders deutlich wurde das für mich beim Workshop der CONTENTshift-Finalist*innen bei uns im Verlag in Heidelberg im September. Gründer*innen, Jurymitglieder und Branchenexpert*innen diskutierten dort über Geschäftsmodelle, konkrete Anwendungsfälle und den jeweiligen Einsatz von KI. Vor allem die Deep-Dive-Sessions waren für alle Beteiligten enorm wichtig, um die einzelnen Lösungen auf Praxistauglichkeit abzuklopfen. Auch die unterschiedlichen Fragestellungen von Wissenschaftsverlag, Publikumsverlagen und Buchhandel waren sehr spannend zu beobachten.

Starke Ideen brauchen starke Netzwerke

Der Prozess belegt, warum Innovationsökosysteme so wichtig sind. Viele Herausforderungen der Verlagsbranche lassen sich nicht von einzelnen Unternehmen lösen. Sie erfordern Partnerschaften zwischen Start-ups, Verlagen, Universitäten und weiteren Akteuren. Und einen ständigen Ideen-Austausch. CONTENTshift ist es gut gelungen, genau diese Verbindungen zu schaffen und daraus einen strukturierten Innovationsprozess zu machen.

Wie wirkungsvoll solche Netzwerke sein können, zeigt „THE LÄND“ Baden-Württemberg. Die Region verbindet eine starke Verlagslandschaft mit Hochschulen, Technologieunternehmen, Kreativwirtschaft und einer lebendigen Start-up-Szene. Mit Initiativen wie dem in Heilbronn entstehen zudem neue Verbindungen rund um Künstliche Intelligenz. Und das ist auch ganz in der Nähe. Für PվÊÓƵ ist diese Nähe auch wegen unseres großen Standorts in Heidelberg wichtig. Und sie zeigt: Entwicklungen mit internationaler Relevanz beginnen häufig in regionalen Netzwerken, wo Ideen für uns früh sichtbar werden, Partnerschaften entstehen und vielfältige Kompetenzen zusammenkommen.

Gemeinsam Zukunft gestalten

des mit 10.000 Euro dotierten CONTENTShift Award 2026 am bildete den Abschluss des Programms. Mit ReadBee gewann ein Start-up, das Kindern mit Leseschwierigkeiten dabei hilft, Texte leichter zu erfassen und ihre Lesekompetenz zu stärken. Die Lösung zeigt beispielhaft, wie Technologie einen konkreten gesellschaftlichen Nutzen schaffen kann.

Entscheidend ist jedoch, was über die Preisverleihung hinaus bleibt: neue Kontakte, Perspektiven und Partnerschaften. Für PվÊÓƵ und für die Verlagsbranche bedeutet das, solche Netzwerke weiter zu stärken, um neue Ideen frühzeitig gemeinsam erproben zu können. Denn je schneller sich Technologie entwickelt, desto wichtiger wird der offene Austausch darüber, wie wir ihn sinnvoll – an Mensch und Umwelt orientiert – gestalten.

Foto: Die Teilnehmer*innen und die Jury des Innovationsprogramms CONTENTshift trafen sich vom 15.-17. September 2026 bei PվÊÓƵ in Heidelberg zum Co-Creation Workshop | © Dominik Böhm

Henning Schönenberger

Author: Henning Schönenberger

Chief Product Officer

Henning Schönenberger, Vice President Content Innovation bei PվÊÓƵ, entwickelt innovative Lösungen für die Erstellung und Präsentation wissenschaftlicher Inhalte. Er war Initiator und Produktmanager für das erste KI-generierte Wissenschaftsbuch, das bei PվÊÓƵ veröffentlicht wurde. In den vergangenen Jahren hat er eine Reihe von KI-basierten Prozessen in der Produkt- und Publikationslandschaft des Verlages eingeführt, zum Beispiel in den Bereichen Peer Review, automatischer Übersetzung und Zusammenfassung wissenschaftlicher Texte. Henning Schönenberger war in der STM Association Initiator der Arbeitsgruppe „Empfehlungen für eine Klassifizierung des Einsatzes von KI bei der Erstellung wissenschaftlicher Manuskripte“ und leitet die „AG Fachbuch“, eine Arbeitsgruppe des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.


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